Moin, ....
Ich muss mal das Schwarmwissen abgreifen.
Problem: Ich muss Faxe schicken, teilweise etliche Seiten. Es geht um Unterlagen im Gesundheitswesen. Leider akzeptieren die Firmen aus dem Umfeld keine EMail, auch nicht wenn die verschlüsselt ist.
Ich habe zwei Netzwerk-Drucker, beide mit Scanner, beide ohne Faxfunktion.
Ich habe einen Dokumentenscanner (100 Stück pro Minute scann der...)
Alles recht teuer und nimmt mir Platz weg.
Nun möchte ich faxen, ohne mir ein neues Fax Gerät zu kaufen (Problem ist das ich keinen Platz mehr habe)
Der Router (FritzBox) hat zwar eine Faxfunktion, die ist aber nur rudimentär.
Gibt es kein Gerät das man wie ein Fax an den Router anschließt (Telefonkabel, DECT), so das man es als Drucker einrichten kann um Faxe zu versenden. So das eingehende Faxe direkt an eine E-Mail Adresse geleitet werden. Hab g00gle konsultiert, das weis von nix.
LG NetBu||
Moin,
vielen Dank für Deine Frage. Ich habe Sie verschoben, weil es keine Umfrage ist, sondern ein handfestes Problem.
Fax ist im Jahr 2022 eigentlich mausetot. Die IP-Sprachübertragung der modernen Netze ist so gar nicht für die Übermittlung von Faxen ausgelegt. Und diverse Datenschützer haben bereits dargelegt, dass die Fax-Übertragung in der IP-Welt keineswegs sicher sei. Das haben sogar die Anwälte, wenn auch durch sanften Druck der Kammern, kapiert. Nur in der Medizin ist man hier weiter "merkbefreit" und die wenigsten Beteiligten haben neues Equipment, das den Stadard T.38 unterstützt. Denn die Faxübertragung via G.711 taugt kaum für mehr als, zwei Seiten.
Es gibt noch ganz wenige "analoge" Modems, die allesamt auch faxen können. Die Neueren werden per USB angeschlossen und dann wie ein Telefon an die Fritzbox. Das "USRobotics 56K USB Faxmodem USR5637" wäre so ein Gerät. Nimmt sehr wenig Platz weg. Aber es ist technologisch auf dem Stand von 2012 - würde ich mal schützen. Ob die Software unter Windows 10 läuft? Da wäre ich mir nicht sicher. Das Gerät wird sicher erkannt, aber bei der Faxsoftware könnte es hakeln. https://www.idealo.de/preisvergleich/OffersOfProduct/873848_-v92-56k-external-usb-modem-usr805637-u-s-robotics.html#datasheet
Es gibt auch deutlich billigere "Restbestände" anderer Hersteller, aber Vorsicht bei "Softmodems", da ist kein richtiger Modemchip im Gerät und man braucht eine ganz spezielle Software, die im Regelfall auf Windows 7 und 10 nicht läuft. US Robotics war weltweit einer der Markführer bei analogen Modems Mitte der 90er. Mit einem Modem von denen hat man die besten Chancen der Softwareunterstützung.
Ich hoffe, ich konnte Dir ein wenig helfen.
Gruß Holger
Hallo zunächst, ich habe eine entfernt Artverwandte Anfrage. Also, ich habe keinen Festnetzzugang. Nun möchte ich irgendwie trotzdem ein analoges Faxgerät derart an meinen Andro hängen, dass ich darüber faxe versenden kann. Angeblich funktioniert das gar nicht. Ich werde jedoch den Gedanken nicht los, dass das vielleicht mittelbar (mit einem analogen Telefon als Mittler zum Headset- Anschluß) doch funktionieren kann. Wenn das nicht geht, wüsste ich gern, warum (zum Teufel 😉) das keine möglichkeit ist! Liegt es an Übertragungsfrequenzen oder woran sonst?
LG an die Community
Rollo01
@rollo01 Hallo und HERZLICH WILLKOMMEN bei den Technikfans! 🤝
Das geht nicht wegen verschiedenen Übertragungswegen (analog vs digital). Die einzige technisch saubere Lösung: GSM-/LTE-Telefonadapter (Terminal Adapter) mit SIM-Karte + Faxgerät. Adapter wandelt Mobilfunk in eine analoge Leitung, an die Dein Fax denkt, er wäre an einem echten Festnetz. Ich glaube, das funktioniert nur im 2G/GSM-Netzt, so lange das noch nicht abgeschafft wird. Allerdings kommt Dein Smartphone hier auch nicht ins Spiel.
Ein Faxgerät braucht: eine Leitungsimpedanz wie am PSTN (ca. 600 Ohm), eine konstante Versorgung über die Leitung, ein Signal ohne Sprachoptimierung, exakte Timing-Synchronisation.
Eine andere Möglichkeit wäre Fax-Anbindung über VoIP, aber warum so kompliziert? Als ich noch Bedarf hatte, nutzte ich Fritz!Fax für den PC, tue ich aber schon lange nicht mehr.
Mit einer Web/App Lösung wie SimpleFax oder Fax Plus bzw. Fax.Plus App brauchst Du kein Fax-Gerät.
Danke Dim,
Ich dachte, dass die Zwischen- Umsetzung via analogtelefon - ich habe noch ein Postmodell mit Wählscheibe und das als Mittler (Höhreranschlüsse) mit einem Headset- Anschluss am Andro könne die Übertragung wie in einem Voicegespräch übermittelt werden. Ein anderes Szenario wäre mit einer VoIP Verbindung an usb Tethering über meine Fritzbox 6490. Es ginge nur darum hin und wieder ein Fax senden zu Können ohne zusätzliche Kosten (Internetfax) zu Senden, wo Ämter Mal wieder keine E-Mail akzeptieren.
Man kann das Faxgerät an einen sogenannten ATA anschließen, also einen Wandler SIP<=> analog. Der ATA brauch aber eine Internetverbindung via LAN und einen SIP-Account bei einem entsprechenden Provider. Früher gabs das mal kostenlos für Privatleute - keine Ahnung, ob das noch immer so ist. Die Alternative sind Online Faxdienste wie z.B. PDF24 oder simple-fax.de , die bei wenigen Faxen im Monat ein kostenloses Angebot haben.
Simplefax scheint mir nur Text zu akzeptieren, keine Formulare und so. PDF24 will Windoof, ich nutze Linux Mint "Zara". Deshalb suche ich eine Gebührenfreie Möglichkeit für mich. Unter Win XP hatte ich Winfax und nen Festnetzanschluß. Heute habe ich mein Andro und die Fritzbox via USB- Tethering. Mein Andro bietet mir Internet ohne Downloadbeschränkung. Vielleicht funzt das ja auch mit einem alten AOL- VoIP Modem. Das habe ich noch nicht probiert. Dazu müsste ich erst einen entsprechenden Zugang haben, auf die ich das einstellen kann. gibt es so etwas noch (möglich Gebührenfrei)?
@rollo01 Früher war der kostenlose Tarif von Sipgate ganz klar die erste Wahl bei den SIP-Accounts, aber seit 2022 gibt es die nicht mehr für Neukunden und Ende 2023 wurden die ersten Bestandskunden gekündigt. Hier ist ein Artikel über Alternativen. Fonial ist von allen der seröseste Anbieter - dahinter steckt die Plusnet, ein Unternehmen der EnBW-Gruppe. Ansonsten kann ich easybell empfehlen, aber da gibt es nur einen kostenlosen Testaccount.
Das Problem aller Anbieter: Sie haben bei der Vergabe der geografischen Rufnummern hohe Kosten. Sie müssen kontrollieren, dass z.B. der Kunde, der vorgibt, in Berlin zu wohnen, dort auch wirklich wohnt. Die Bundesnetzagentur kontrolliert das inzwischen ziemlich scharf und bei Mißbrauch verliert nicht nur der Endkunde seine Rufnummer, sondern da stehen inzwischen auch hohe Bußgelder für die Anbieter im Raum. Ins Rollen kam das vor einigen Jahren mit einem Schlüsseldienst, der mit ca 10.000 regionalen Rufnummern Ortsnähe vortäuschte, in Wahrheit aber nur vier Standorte in Deutschland hatte.
Es läuft definitiv nichts mehr kostenfrei und wir sind in Deutschland. Seit 2012 wurde das Land nicht viel digitaler, als er versprochen wurde. Ich meine hier nicht den Netzausbau, sondern die Digitalisierung der bestimmten Abläufen. Ich glaube aber teils an die bestimmten Versprechen für 2026. Wenn diese umgesetzt werden, wird unser Leben deutlich erleichtert, Aber aktuell würde ich nicht viel in irgendwelche Fax-Lösungen investieren, um etwas zu erreichen. Sorry, ich weiß, dass man eine andere Lösung erwartet hat. Wenn es dazu kommt, werde ich einfach einen Brief per Anschreiben senden. Das wäre nicht viel sicherer, aber müsste noch nach der alten Schule funktionieren.
Ok, hier ist auch der Tüftler in mir beteiligt, der nach neuer Verwendung von alter Technik sucht. Obendrein bin ich auch nicht gerade das, was man Wohlhabend nennt und so gewisse Abomodelle nicht einsehen will, diese gar als eine neue Form von Wegelagerei sieht. Als ich mit PC angefangen habe, gab es ein Internet wie heute noch gar nicht (#Mailboxen) und wenn man eie Anwendung installiert hatte, dann funktionierte die ohne weitere Kosten (abgesehen von Telefonkosten selbst). Das Netz waren damals private Rechner, die sich zwischenzeitlich untereinander austauschten. Da war das schnellste der Gefühle ein 2400er Modem. Später kamen dann auch 56K Modems. Das Ganze lief nicht über TV- "Kabel", sondern Telefonkabel (Klingeldraht statt Koaxialkabel). Als ich schreiben gelernt habe, war ein Telefon auch noch ein "Telephon". Bin wohl doch ein Dino. 😉
@rollo01 In dieser Zeit bin ich auch aufgewachsen. Hatte sogar mal eine eigene Mailbox und Teile der Software dafür waren selbst programmiert. Alles Schnee von vorgestern. Beim Koax-Kabel haben wir nie mitgemacht - weder zum TV-Empfang noch für Internet. Bis vor drei Jahren mußte ich mit DSL 16.000 auskommen, jetzt haben wir Glasfaser, wobei auch da der kleinste "Glasfaser 150" Tarif der Telekom für zwei Erwachsene und zwei Katzen mehr als ausreichend ist.
Der rasante Forschritt auch im Fesnetz erzeugt immer Müll und das zum Teil unnötig. Klar, das alte ISDN-Equipment läßt sich nicht sinnvoll recyclen. Jetzt, rund 7 Jahre nach der ISDN-Abschaltung bei der Telekom gibt es auch immer weniger Router/Mediagateways, die noch für alte TK-Anlagen ISDN bereitstellen können.
Aber bei den IP-Telefonen und bei ATAs merkt man, dass weniger die Hardware, sondern mehr die Software das Problem ist. Es gibt diverse ATA-Typen von Cisco, die könnte man technisch weiternutzen. Aber sie sind EOL (End of Life) und das heißt, ihre Firmware wird nicht mehr gepflegt. Und die Dinger haben bekannte Sicherheitslücken, also müssen sie raus aus dem Firmennetz und in den Elektroschrott. Bei den IP-Telefonen ist teilweise ähnlich. Ohne Sicherheitsupdates dürfen die nicht mehr ins "normale" Netz. Entweder raus (Elektroschrit) oder in einen gesonderten Netzbereich und ein SBC (Session Border Controller, eine Art Firewall für IP-Telefonie) davor.
Hier ist ein sehr interessanter Beitrag zum Thema Digitalisierung
https://www.drweb.de/germany-exe-buerokratie-digitalisierung-not-found/
