Wir haben elektrische Außenjalousien. Jetzt scheint der erste Motor den Geist aufzugeben, denn er zieht zwar den Behang hoch, behält ihn aber nicht oben sondern lässt wieder 50cm nach.
Ist bei einer Terrassentür nicht so schön. 🤔
Wir wohnen in einem Reihenhaus und haben etliche Nachbarn, die schon das gleiche Problem hatten. Von denen weiß ich, was es kostet, wenn den Austausch ein Fachmann macht - ~500€ - bzw. welcher neue Motor passt.
Wie man einen Motor ausbaut, habe ich mir auf YT angeguckt: Kasten öffnen, Behang runterfahren, Behang aushängen, Walzenhülse einschieben, Walze entnehmen ... Leider haben wir wohl kein gängiges Modell, denn bei uns ist die Walzenhülse fest. D.h. die Walze lässt sich auf der motorfernen Seite nicht aushängen. Auf der Motorseite leider auch nicht.
Ich habe keine Idee, wie das festgemacht ist und kann mir auch nicht vorstellen, dass ich den ganzen Kasten abnehmen muss.
Die Walze sieht zudem angestückelt aus - so als hätte man eine kürzere Walze plattgeklopft und dann in die zweite reingedrückt. Ich habe das für Pfusch gehalten - eine zweite Jalousie sieht aber auch so aus.
Ich hoffe, das was zu Jalousie in den Unterlagen zum Haus steht. Im Kasten selbst steht BKS 180-20°. Auf der Motoraufnahme steht nichts.
Wer kennt ggf. diese Art der Befestigung oder hat Tipps?
Motorseite
Motorseite
Motorferne Seite
Ineinandergesteckte Wellen
@kaosqlco Habe damit einfach KI auf dem "schlauesten" Level gefuttert.
Die Antwort ohne Gewahr:
Auf den Fotos sehe ich ziemlich klar, warum deine YouTube-Anleitung bei diesem Rollladen nicht passt. Ich glaube außerdem, dass die vermeintlich „angestückelte“ Welle der entscheidende Hinweis ist.
Das sieht für mich nicht nach Pfusch aus, sondern sehr wahrscheinlich nach einer Teleskopwelle. Solche Wellen bestehen absichtlich aus zwei ineinandergeschobenen Achtkantprofilen. Genau solche Teleskopwellen gibt es auch als komplett einschiebbare Ausführung mit integrierter Lageraufnahme.
Auf deinem vierten Foto sieht man den Übergang ziemlich gut: Der rechte Teil der Achtkantwelle steckt ein Stück weit im linken Teil. Das, was aussieht wie „plattgedrückt und reingeschoben“, ist sehr wahrscheinlich genau die konstruktive Verjüngung der Teleskopwelle.
Der entscheidende Unterschied zu deinen YouTube-Videos
Du hast vermutlich keine klassische kurze Walzenkapsel am rechten Wellenende, die man einfach 5–10 cm in die Welle hineindrückt.
Bei dir dürfte stattdessen der komplette rechte Wellenabschnitt teleskopierbar sein.
Das bedeutet: Du versuchst wahrscheinlich bisher an der falschen Stelle etwas einzuschieben.
Nicht hier:
Wellenende → Seitenwand
sondern hier:
große Achtkantwelle → Übergang → eingeschobene kleinere Achtkantwelle → Lager
Genau diese Konstruktion wird als Teleskopwelle verwendet, um eine Welle auf die notwendige Elementbreite einzustellen.
Und damit ergibt auch die Montage logisch Sinn: Zum Ausbau wird die Welle wieder verkürzt. Dann kommt das rechte Ende aus seinem Lager und die ganze Welle kann schräg aus dem Kasten herausgenommen werden.
Warum lässt sich deine Teleskopwelle trotzdem nicht zusammenschieben?
Hier würde ich jetzt ganz gezielt suchen.
Solche Wellen bzw. Walzenkapseln werden nach der Montage häufig mit einer Schraube oder einer Blindniete gegen Verschieben gesichert. Genau bei einem Motorwechsel sieht die übliche Vorgehensweise vor, diese Befestigung zu lösen bzw. die Niete auszubohren und anschließend die Lagerseite in die Welle hineinzuschieben.
Bei deinem vierten Foto sehe ich die Sicherung nicht eindeutig. Das ist aber nicht ungewöhnlich. Sie kann:
- auf einer der anderen Flächen der Achtkantwelle sitzen,
- oben liegen und deshalb nicht sichtbar sein,
- hinter/unter einem der weißen Aufhänger liegen,
- als relativ unscheinbare Blindniete ausgeführt sein.
Die vielen kleinen runden und länglichen Löcher in deiner Welle sind erst einmal normale Stanzungen. Nicht einfach irgendeines davon aufbohren.
Ich würde deshalb zunächst den Behang komplett herunterlassen, die weißen Stahlbandaufhänger von der Welle lösen und dann die gesamte Übergangsstelle der beiden Wellenstücke über alle acht Flächen untersuchen. Idealerweise die Welle noch mit dem funktionierenden Motor so drehen, dass du nacheinander alle Seiten sehen kannst, und anschließend spannungsfrei machen.
Auch die Motorseite sieht interessant aus
Auf deinem zweiten Bild sieht das schwarze Teil für mich sehr nach einem Fertigkasten-/Klicklager oder einer ähnlichen Motoraufnahme aus. Es sieht jedenfalls nicht danach aus, als müsse dafür der gesamte Seitenkasten demontiert werden.
Bei solchen Vorbausystemen gibt es Motorlager, bei denen der Motorkopf durch seitliche Rastlaschen gehalten wird. In einer Herstelleranleitung für einen sehr ähnlichen Aufbau wird ausdrücklich beschrieben:
Motorgegenseite einschieben → Welle aus Lager nehmen → seitliche Laschen des Klicklagers drücken → Motorkopf herausnehmen.
Ich würde an deinem schwarzen Lager allerdings noch nichts mit Gewalt aufhebeln, solange die Gegenseite nicht frei ist. Erst die Welle verkürzen. Danach sollte sich zeigen, wie wenig Haltekraft auf der Motorseite tatsächlich noch vorhanden ist.
Deshalb glaube ich nicht, dass der ganze Kasten herunter muss
Das wäre konstruktiv auch ziemlich widersinnig. Vorbaurollläden sind für eine Revision über den geöffneten Kasten vorgesehen. Selbst Herstelleranleitungen für den Motortausch beschreiben den Ausbau von Welle und Motor durch die Revisionsöffnung, nicht die Demontage des gesamten Kastens.
Mein vermuteter Ablauf bei deinem System wäre daher:
- Rollladen komplett herunter.
- Strom vollständig abschalten.
- Weiße Aufhänger vom Behang bzw. von der Welle lösen.
- Übergang der beiden Achtkant-Wellenstücke freilegen.
- Nach Niete/Schraube/Sicherung der Teleskopverbindung suchen.
- Sicherung entfernen.
- Rechten Wellenabschnitt nach links in den größeren Wellenabschnitt schieben.
- Dadurch rechtes Wellenende aus dem Seitenlager ziehen.
- Welle rechts absenken bzw. schräg stellen.
- Dann erst Motorseite aus dem schwarzen Lager ausclipsen/entriegeln.
- Welle samt Motor herausnehmen und Motor anschließend aus der Achtkantwelle ziehen.
Der Punkt 7 ist meines Erachtens das, was dir bisher gefehlt hat.
Noch etwas: Das Verhalten deines Motors – er zieht den Rollladen hoch, schaltet ab und der Behang läuft anschließend wieder etwa 50 cm herunter – passt deutlich eher zu einem Problem der Halte-/Bremsfunktion bzw. des Getriebes als zu einer falsch eingestellten Endlage. Eine falsche Endlage würde erklären, wo der Motor stoppt, aber nicht, warum die Welle anschließend unter Last wieder rückwärts läuft. Rohrmotoren besitzen eine Feststell-/Bremsfunktion, die die Last nach dem Abschalten hält. Dein Plan, den Motor zu ersetzen, erscheint daher plausibel.
Und „BKS 180-20°“ dürfte sehr wahrscheinlich nicht die Motorbezeichnung sein. 180 und 20° passen sehr gut zu den üblichen Bezeichnungen eines Vorbaukastens: 180-mm-Kästen mit 20° abgeschrägter Bauform sind ein gängiges Systemmaß. In einem älteren GROWE-Katalog finden sich außerdem ausdrücklich das BKS-System sowie Kastengröße 180 und 20°-Ausführungen. Falls in euren Hausunterlagen GROWE/ROLTEX auftaucht, würde ich deshalb sehr hellhörig werden.
Ich würde jetzt noch nichts auseinanderflexen und auch den Kasten nicht abbauen. Als Nächstes würde ich genau die Teleskopverbindung untersuchen. Wenn du mir davon 2–3 Nahaufnahmen rundherum machst – besonders von der Stelle, an der die beiden Achtkantrohre ineinandergehen, einmal von unten, vorne und möglichst oben – kann ich dir ziemlich genau sagen, was dort die Verschiebung blockiert und was du lösen musst.
Vielen Dank für deine Mühe. Die Antworten leuchten ein. Ich hatte natürlich auch die KI mit meinen Fotos befragt. Hier bin ich allerdings noch nicht auf die Idee gekommen, das Spitzenmodell zu nehmen.
Die beiden Wellen sind sogar mit einer Schraube verbunden, die ich auch rausgeschraubt und die Stelle markiert hatte. Darauf, dass sich da ggf. was zusammenschieben lässt, bin ich aber nicht gekommen.
Werde ich probieren.




