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Aus groß mach klein...
 

Aus groß mach klein oder Ich baue mir eine Reisegitarre  

  

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Heute mal ein altes, tolles HowTo von HaHoma, aus der alten CC. Wie immer, hoffe ich, dass HaHoma damit einverstanden ist, dass ich sein altes HowTo hier veröffentlicht habe.

Hin und wieder spiele ich E-Gitarre, wenn es meine Zeit mal zulässt. Leider ist die Zeit dafür allerdings sehr, sehr knapp, sodass ich manchmal über Tage oder gar Wochen nicht zum Spielen komme. Wenn ich dann auch noch in Fremden Betten schlafe (also auf Geschäftsreise bin), dann ist mein Leid noch größer. Abends habe ich dann im Hotel oftmals Zeit, die ich dann einfach nur tatenlos absitze oder vor dem Fernseher versauere. Genau in dieser Zeit könnte ich meine Klampfe zur Hand nehmen und ein bisschen üben. Die große Gitarre aber immer im Schlepptau zu haben, ist sehr mühselig.

Meine Überlegung war nun, dass eine kleinere E-Reisegitarre her muss. Mein finanzielles Budget wollte ich aber nicht oder nur gering stapazieren, da sie ja nur Mittel zum Zweck sein soll. Ich beschäftigte mich ein bisschen mit der Materie und stellte fest, dass die kleinen Gitarren durchaus ihren Preis haben, den ich aber nicht bezahlen wollte. Grundsätzlich bestehen zwei Möglichkeiten einer Reisegitarre:

  • Kleinere Mensur: Die Mensur ist der Abstand zwischen Steg und Bridge. Den kann man durchaus verkleinern, dementsprechend verringert sich aber auch der Abstand zwischen den Bünden. Dies kann durchaus eine Umgewöhnung von der großen Gitarre sein, weil man dann anders greifen muss. Außerdem kann es dann mit den Fingern auf dem Griffbrett eng werden.
  • Headless-Gitarre: Die zweite Möglichkeit ist eine kopflose Gitarre, also eine Headless-Gitarre. Dabei werden die Stimmmechaniken vom Kopf in den Korpus verlagert, wodurch man recht viel Platz einsparen kann. Die Saiten werden dann nicht mehr von unten nach oben, sondern von oben nach unten aufgezogen. Vorteil dieser Variante ist, dass die Mensur eine Standardgröße (sofern man das so sagen kann...) haben kann, die Gitarre aber trotzdem kleinere Abmaße besitzt.

Zwischen diesen beiden Möglichkeiten musste ich mich entscheiden. Da ich für mich die kleinere Mensur von Anfang sehr schnell ausschließen konnte, fiel die Wahl auf die Headless-Variante. Eine passende, die ich gefunden habe, ist die GT-Pro Deluxe von Steinberger Guitars, die aber mit knapp 350€ mein Budget weit sprengen würde. Gebraucht wird sie auch hin und wieder mal angeboten, bewegt sich dann aber meist immer noch bei über 200€. Nun kommt mein Projekt ins Spiel. Später habe ich bei Amazon noch andere Gitarren gesehen, welche um die 200€ sind. Warum ich die nicht gefunden hatte, weiß ich nicht. Habe ich wohl falsch gesucht...)

So ist mein Vorhaben entstanden, unter dem Vorbild der GT-Pro Deluxe eine normale Gitarre in eine Reisegitarre umzubauen, was ich nun hier gern präsentieren möchte. Vorteil meines Projektes ist, dass das Griffbrett einer vorhandenen Gitarre direkt übernommen werden kann, weil die Mensur ja planmäßig gleich bleibt.

Bitte habt Verständnis, dass dies mein erstes Projekt dieser Art ist und ich weder ein Fachmann in Sachen Gitarrenbau noch in Sachen Fachbegriffen etc. bin. Demzufolge nehmt mich bitte nicht zu sehr auseinander, wenn ich etwas nicht fachgerecht bezeichnet oder irgendwas „falsch“ gebaut haben sollte. Alle, die ich gefragt habe, haben mir von diesem Vorhaben abgeraten, aber ich wollte es trotzdem einfach mal probieren. Sehr gern dürft Ihr mich aber auch verbessern, wenn etwas besser und einfacher gemacht werden könnte. Vielleicht komme ich ja mal wieder auf eine ähnliche Idee, da kann ich Tipps sehr gut gebrauchen 🙂

Teilweise musste ich im Rahmen der Umsetzung noch Erfahrungen sammeln, sodass ich durch dieses Projekt auf jeden Fall auch schlauer geworden bin. Aber dazu im Text mehr 🙂

Aber nun zum Vorhaben:

Um eine Gitarre umzubauen, benötige ich natürlich... Na? Wer kommt drauf? Na klar: ... eine Gitarre. Diese habe ich mir für 40€ in einem Online-Flohmarkt gekauft. Das ist das gute Stück:

HaHoma Reisegitarre bauen 1

Gleich beim ersten Ausprobieren stellte ich fest, dass das Ding nicht viel Wert ist. Aber genau nach sowas habe ich ja gesucht, also alles in Ordnung.

Nun machte ich mir Gedanken, wie ich die Saitenbefestigung und die Stimmmechaniken gestalte und überlegte mir, eine Technik nach dem Vorbild der Traveler EG-1 Custom V2 von Traveler Guitars zu bauen. Vielleicht hätte man damit die Stimmschrauben der alten Gitarre einfach wiederverwenden können. Die erste Herausforderung war dabei schon mal, passende Umlenkrollen zu finden, welche dem Druck der Saiten nicht nachgeben. Als ich dann auf der Suche nach einer neuen Bridge war, bin ich auf etwas ganz Anderes gestoßen. Es gibt direkt fertige Bridge-Sets für Headless-Gitarren, bei denen die Simmschrauben bereits in der Bridge eingebaut sind. Für knapp 50€ habe ich mir solch ein Set dann bei Ali Express bestellt. Damit war das Thema Umlenkrollen erledigt.

Als die Bridge dann ankam, hieß es Maß nehmen. Angefangen habe ich bei den Saitenabständen am Sattel und wurde sogleich enttäuscht. Die Kerbungen für die Saiten entsprachen nicht der Abstände an der Gitarre.

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Hier muss ich mir also was einfallen lassen. Die Abstände an der Bridge stimmten, was mir wichtiger war.

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Dann noch die Abstände zwischen erster Saite und Sattel sowie zwischen letzter Saite und Bridge nehmen und notieren.

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Nun folgt schließlich das Auseinanderbauen der Gitarre. Also Tonabnehmer etc. raus, Saiten ab und Bridge ab (hatte ich teilweise bereits vor dem Messen gemacht)

Nun den alten Sattel raus und Abstände der Einkerbungen auf die umgedrehte Metallplatte des neuen Kopf-Elementes übertragen.

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Für das Sägen der Kerben habe ich mir extra eine Säge mit schmalen Sägeblättern besorgt, damit die Saiten sicher gehalten werden.

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Und vom nächsten Schritt an gibt es kein zurück mehr: Die Kopflatte muss ab. Dazu habe ich Maß genommen und an entsprechender Stelle abgesägt.

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Natürlich war es zu viel, sodass ich beim Aufschrauben des neuen Sattels Unterlegscheiben drunter legen musste.

Beim Einbau der neuen Bridge waren die Schraublöcher dieser genau an der Stelle, wo im Body das große Loch für die Spannplatte drin war.

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Ich habe mir OSB-Plättchen zurecht gesägt und diese in die Öffnung geklemmt. Darauf habe ich Bleche (aus einem alten HDD-Einbaurahmen) zurechtgesägt, die ich dann mit dem Body verschraubt habe. Dann die Bridge drauf und es schien alles gut zu funktionieren.

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Testweise habe ich die beiden E-Saiten aufgezogen und habe dabei festgestellt, warum unter der Bridge so eine große Öffnung im Body ist. Die Saiten müssen beim Aufziehen natürlich durchgezogen werden. Glücklicherweise habe ich zum Ausfüllen zwei OSB-Brettchen verwendet, sodass ich eines raus nehmen konnte.
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Durch die Fixierung des zweiten Blättchens mit den Blechen konnte ich das nun ganz einfach raus nehmen, ohne dass etwas kaputt geht. Ich war durchaus überrascht, dass es für meine Verhältnisse recht einfach funktioniert hatte, wenn auch ein bisschen Glück dabei war.
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Nun also an den Body. Ich habe ohne groß darüber nachzudenken gesägt, weil die Gitarre ja kein Schmuckstück werden sollte, sondern nur Mittel zum Zweck. Unten habe ich mehr dran gelassen, damit ich die Gitarre beim Spielen auf den Schoß legen kann. Leider habe ich die kleine Ecke am Hals-Anfang ebenfalls komplett mit weggesägt. Diese wäre für die stabile Lage auf dem Bein ebenfalls wichtig gewesen. Nun muss das halt ein Gurt richten. Die Sägestellen habe ich dann mit schwarzen Sprühlack behandelt. Das ersetzt zwar nicht eine fachmännische Lackierung, für meine Zwecke reicht das aber.
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Nun musste nur noch die Elektrik wieder sein, was aber kein Problem war, da ich ja alle Anschlüsse zusammen gelassen habe.

Voller Vorfreude habe ich dann alle Saiten aufgezogen und konnte sogar schon ein bisschen darauf spielen. Und so sah das gute Stück dann aus:

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Diese Freude währte allerdings nur kurz, bis ich gesehen habe, dass die Bridge nachgibt.

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Also die Saiten wieder runter und Gedanken gemacht. Jedenfalls weiß ich jetzt, warum normalerweise die Bridge nicht einfach auf dem Body angeschraubt wird und was die Federn auf der Rückseite für eine Funktion haben. Auf jeden Fall habe ich die neue Bridge noch komplett mit einem zusätzlichen Blech unterfüttert, was vorher nicht der Fall war. Außerdem hat die neue Bridge hinten Schraublöcher. Ich habe gesehen, dass das Blech von der alten Bridge die Löcher genau im gleichen Abstand hat und die Höhe der Löcher glücklicherweise ebenfalls perfekt passen, sodass ich dieses gleich genommen und angepasst habe. Die alten Saitenführungen konnte ich zersägen und Muttern daraus machen.
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Die Stellschrauben der Saitenführungen habe ich mit diesen zurechtgesägten Muttern an dem Blech der alten Bridge befestigt. Diese Konstruktion habe ich nun hinter die Bridge angeschraubt, sodass die rausragenden Stellschrauben in die Schraublöcher der neuen Bridge greifen. Dadurch wird verhindert, dass die Spannung der Saiten die Bridge vom Body runter zieht.

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Mit dieser Modifikation hält meine Bridge nun auch mit aufgezogenen Saiten. Optisch finde ich das auch gar nicht mal so doof. Nun hält die Bridge der Zugspannung stand und dieSaiten konnten wieder aufgezogen werden. Nun noch Security-Locks drangeschraub, weil ich sie da hatte und ich brauche nur noch einen Gurt und das Werk ist vollendet.
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Und so im Reisemodus 🙂
HaHoma Reisegitarre bauen 21

Die Saiten sind noch nicht ganz bundrein. Grundsätzlich sollten sie sich aber einstellen lassen. Lediglich bei der tiefen E-Saite scheint es leider nicht so ganz zu funktionieren. Dennoch bin ich nun im Besitz einer Selbstbau-Reisegitarre, welche sich ganz gut spielen lässt. Bin ich mal unterwegs, kann mich nun stets meine Gitarre begleiten und mir ist abends im Hotel nie wieder langweilig.

Finanziell bin ich bei etwa 100€ rausgekommen. Darunter zählen die gebrauchte Gitarre für ca. 40€, der Bridge-Satz für ca. 50€ und die Security-Locks für 15€, die ich aber sowieso da liegen hatte. Es können natürlich auch die Locks der alten Gitarre verwendet werden, welche bei meiner allerdings fehlten. Einen Gurt muss ich mir noch zulegen, aber dafür werde ich mich auch nicht ruinieren.

Das war das große, tolle HowTo, von HaHoma, damals, in der alten CC. Ich denke schon, dass er es in Ordnung findet, dieses HowTo, von ihm, jetzt hier wiederzufinden.

Mich würde mal interessieren ob er seinen Erd-Bierkühler schon fertig hat

Den hatte er leider nicht mehr in der alten CC reingesetzt, sonst würde der auch wohl hier landen.😉😁

 

3 Answers
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ich bin echt platt, dass man sowas machen kann

Das war ich auch. 

Ich hoffe, er sieht diesen Beitrag, damit er vielleicht auch noch den Erdkühlschrank hier reinbringt.

 

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Hast du noch mehr HowTos aus der alten CC oder war es das jetzt

Elektronik funktioniert mit Rauch. Denn wenn der Rauch raus kommt funktioniert die Elektronik nicht mehr!

HowTos müsste ich mal schauen, aber Beiträge hab ich noch ein paar, auch/gerade Retrobeiträge, z.B. Briefmarkenkurbeln, alte Bohrmaschine und 1965 Fernsehsendung.

 

Als Hilfe - schaut mal hier :  https://web.archive.org/web/20170706102524/https://community.conrad.de/neueste-howtos

 

über web.archive.org kann man teilweise noch so manches wieder ans Tageslicht bringen

Genau. Habe ich auch gestern angeschaut. Einige kann man noch aufrufen, aber so richtig geht archive.org nicht in die Tiefe - viele Unterseiten fehlen. Man muss auf gut Glück im Kalender springen, um etwas zu erwischen.

Und wenn wären ja auch nur welche unserer jetzigen Mitglieder interessant 

Meine Krippenbeleuchtung hab ich auch noch.

Dein Retrobeitrag, mit der alten Waage könnten wir neu machen. Im früheren Laden, bei uns im Dorf, steht noch eine im Schaufenster. Auch über die Kaugummiautomaten können wir noch schreiben. Von denen gibt's auch noch 2 in unserem Dorf.

Vielleicht sollte ich mal nachfragen, ob ich die kriegen kann, die Kaugummiautomaten.

 

So ungefähr weiß ich auch noch was ich mal gepostet habe. Es kommt ja bald der Winter , wo man draußen nichts mehr machen kann.  Da werde ich es eben noch mal neu einstellen. Die Bilder habe ich noch alle. 

Die, die ich eh noch von dir habe, kann ich hier auch einstellen. Soll ich dann auch die alten Kommentare mit einfügen?

Wenn ich nur die alten Beiträge und HowTos hier reinsetze, ohne Kommentare, dann geht es natürlich schneller.

 

Kannst du gerne machen, es müssen ja nicht alle sein sondern nur die Interessanten

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Habe gerade dieses HowTo gefunden. Danke, dass du dieses hier mit reingestellt hast 🙂

Ich hatte diese Gitarre nun schon eine Weile nicht mehr verwendet. Leider musste ich feststellen, dass sie sich wohl ein bisschen verzogen hat. Die Bundreinheit ist momentan nicht mal mehr ansatzweise gegeben. Das müsste ich mir nochmal anschauen, wenn ich mal Zeit habe. Ein bisschen kann man das ja an der Bridge einstellen.

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